Collection 1997-2011 - Irrlicht

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Collection 1997-2011

Pourquoi
Die Rache Vidar
Ich weiss es nicht
Fern jeder Zeit
Insel der Seligen
Pygmalion
Nacht über Andoya
Leuchtturm
In die Nacht
In Absinth getaucht
Bilderbuch
Der Garten Seraphina


 
 
 

Pourquoi
Il s'agit d'arriver à l'inconnu
par le dérèglement de tous les sens.
Mais il s'agit de faire l'âme monstrueuse...
Car il arrive à l'inconnu!

Ce matin elle est venue,
petite créature timide,
me regardant d' un regard consolant.
Elle s'apprête à plonger dans mon âme,
sans aucune invitation.
Elle se laisse imprégner par mes images...
Ses ailes la portent sur son voyage,
qu'elle envisage avec plaisir,
qui l'amènera à ma propre cruauté.

Pourquoi ton monde, est-il si noir?
Et quand t'as perdu ton espoir?
Aucun sourire, aucune lumière
se trouvent dans ton obscurité.

Elle commence par le cheval blanc,
traverse les flots de l'innocence,
un paysage fait par les débris de mon âme.
Des statues pâles l'effleurent en passant,
portée par le vent, elle survole
des prés ornés par les fleurs de la colère.

Un abîme affreux s'ouvre devant elle,
effrayée par le vertige elle hésite...
Mais la sérénité l'emporte,
la tirant dans les profondeurs,
suivant les souvenirs des anciens...


Die Rache Vidar

Merkst Du wie die Zeit vergeht
Der Sturm uns ins Gesichte weht
Die Sonne sengt heiss
Bist Du erwacht? Ist es zu spät?
Siehst Du wie die Erde bricht?
Sohn Odin - sein Urteil spricht?
Wie ein Kuss, auf meine Wangen.
Vollkommenheit - die wir zerstörn
Die Luft vibriert - Zeit verrinnt
Die Erde brennt - mein Glaube bricht!
L'espérance -
L'air trépide -
Le cauchemar,- le vide
Willst Du dass die Luft erstickt
Die Uhr das Sein zu Ende tickt.
Die Wellen sind nah
Hast Du gesehn? Hast Du kapiert?
Siehst Du wie das Eis zerbricht?
Sohn Odin - sein Urteil spricht?
Wie ein Kuss, auf meine Wangen.
Vollkommenheit - die wir zerstörn
Die Luft vibriert - Zeit verrinnt
Die Erde brennt - mein Glaube bricht!
L'espérance -
L'air trépide -
Le cauchemar,- le vide
Wie ein Kuss, auf meine Wangen.
Vollkommenheit - die wir zerstörn
Die Luft vibriert - Zeit verrinnt
Die Erde brennt - mein Glaube bricht!
L'espérance -
L'air trépide -
Le cauchemar,- le vide


Ich weiss es nicht

Wem gehört die Zukunft – unseren Kindern, uns?  
Haben wir ein fruchtbares Erbe angetreten?  
Werden wir ein solches hinterlassen?  
Und weisst du wohin uns der Weg führt, den wir beschreiten – der moralische Werte  propagiert,  
sich aber in Zerstörung äussert?  
Ich weiss es nicht… Ich weiss es nicht… Noch nicht.  
Hast du dich schon einmal gefragt, wer diese Schranken erstellt, die dich am Leben hindern?  
Das innere Gefängnis, das Räume nur begrenzt, nicht öffnet – dein Denken.  
Bist du in einem Spiel gefangen? Schach mit lebendigen Figuren.  
Und du als Teil, als Ganzes – ich weiss es nicht.  
Schachbrett, Muster, Figur oder eine Hand, welche Spielzüge lenkt.  
Was würdest du gerne sein?  
Denkst du wirklich, dass du der einzige Mensch auf Erden seist?  
Alles um dich herum nur zu einem Zweck erschaffen: dich zu testen, dich zu unterhalten?  
Denkst du das wirklich? Ich weiss es nicht.  
Wärme entsteht durch Reibung – Grenzgängertum – dies ist das Spiel, das dich am Leben hält.  
Weisst du wohin uns dieser Weg führt?  
Kannst du vergessen, was man dir angetan hat?  
– auf deiner langen Reise, Richtung Erleuchtung oder Wiederkehr…  
Oder wirst du weitergeben, was dir widerfahren ist?  
Zahn um Zahn, Auge um Auge.  
Endloser Kreislauf. Rachefeldzug gegen die eigene Vernunft.  
Wirst du dich eines Besseren belehren lassen von Menschen, die dasselbe vor dir erlebten,  
die älter sind, vielfältigere Erfahrungen aufweisen?  
Niemand wird dich vor deinem Schicksal bewahren können!  
Wirst du es annehmen – so wie es der Wirklichkeit entspricht,  
dass du atmest, lebst, meine Stimme hörst  
– jetzt flüsternd! Ich weiss es nicht.  
Wärme entsteht durch Reibung – Grenzgängertum – dies ist das Spiel, das dich am Leben hält.  
Weisst du wohin uns dieser Weg führt?  
Wirst du am Ende deines Weges dem Schicksal die Hand schütteln und sagen können:  
wir sind Freunde geworden! Du und ich – mein Schatten.  
Wird man nicht dann krank, wenn man aus dem Lebensfluss gerät.  
Ich weiss es nicht. Ich weiss es nicht.  
Wirklich gesund wirst du erst sein, wenn meine Stimme erlischt.  
Weisst du wohin uns dieser Weg führt?  



Fern jeder Zeit

Der Mond steht einsam fern am Himmel, ertrinkt im Lichtermeer der kalten Stadt,
über den Dächern ein Hauch Unsterblichkeit.
Bilder schweben fort, drehen sich im Kreis,
Augen sehen dort, und erstarren im kalten Eis,
Kinder halten Wort, und wissen, sie werden greis,
nur Menschen wissen nichts und zahlen ihren Preis.
Und über allem liegt ein Hauch, ein Hauch erfrischend' Wasser.
Regenduft, lass' Träume fluten.
Regenduft, lass' fluten all' die Träume, hinein in die Unzerbrechlichkeit.
Bilder schweben fort, und drehen sich im Kreis,
Augen sehen dort, und erstarren im kalten Eis,
Kinder halten Wort, und wissen, sie werden greis,
nur Menschen wissen nichts und zahlen ihren Preis.
Regenduft, lass' fluten all' die Träume, hinein in die Unzerbrechlichkeit.
Winterluft, und wenn ein Gott auf Erden weilt,
so lass' es regnen, lass' Wolken sich erheben,
und wenn ein Gott auf Erden weilt, so lass' es regnen,   
lass' ihn unsere Träume segnen.
Regenduft, lass' Träume fluten. Regenduft, lass' Wunden bluten.
Regenduft, lass' Donner Donner sein und trink' mit mir diesen kalten Wein.
Und wenn ein Gott auf Erden weilt, so lass' es regnen,
lass' Wolken sich erheben,
und wenn ein Gott auf Erden weilt, so lass' es regnen,
lass' ihn unsere Träume segnen.


Insel der Seligen

Aus Aegypten habe ich meinen Sohn gerufen...
Ich werde nach Alexandria zurückkehren.
Hast du je geträumt, die Tiefen eines Ozeans erspäht,
die Wogen eines Meeres, die sich kräuselnde Flut?
In der Brandung gebrochenes Wasser, das in wilder Gischt
an die Ufer schlägt, an Fels und Küstenland.
Ornamente aus Wasser. Ornamente aus Wasser.
Gepriesen seist du, erhabene Isis, die du segelst mit dem goldenen Helm
der Seligkeit und bebender Saphirbrust auf deiner Barke,
den siebenarmigen Leuchter in Händen haltend,
die feinsten Düfte fruchtbaren Arabiens atmend.
orientalische Blüten..

Alexandria, mein Blut habe ich in deinen Leuchtturm zurückgetragen,
und ewig brennt die Flamme im Allerheiligsten, im Innersten der Seele,
Brunnen der grossen Tiefe.
Brunnen der grossen Tiefe.

Pygmalion

Verzaubert vom Anblick der
göttlichen Schönheit.
Betört vom süßen Duft
seiner Götzenstatue
zieht es den Künstler hin zu ihr.

Steh vor Dir - berühr mich,
Dein Wunschbild und Dein Untergang.
Zerbrechlich, vergebens
erliegst Du meiner Willenskraft.
Dein Herz liegt - nun vor mir
und schlägt im Wahnsinn dieser Nacht.

Er beschenkt sie mit
namenlosen Reichtümern,
und kostbaren Gaben der Alten.
Und haucht ihrem Körper Leben ein.

Steh vor Dir...

Nacht über Andøya

Neonblaues Licht, projiziert seinen Schein ?
.., phantasiert vom Wein
.., reflektiert und bricht
Und alles erwacht zu leben,  
beginnt zu schweben
über dem Meer, den Wolken starr
verharrt dann still
Wie ein Kind, das leise spielt
Wie ein Wind, der weiterzieht
- sphärenhaft
Ist das Leuchten in der Nacht,
das über meine Träume wacht
-engelsgleich
Neonblaues Licht, illustriert meinen Traum
.., zirkuliert im Raum
Und alles erwacht zu leben,  
beginnt zu schweben
über dem Meer, den Wolken starr
verharrt dann still
We started in Andenes, our ship took the northbound line, direction Northkapp.
On the open sea, we had absolutely no view – stormy weather, fog everywhere, we were lost in darkness
On our ship, everything was out of control, chaos, –full of fear  
Wie ein Duft, der nie versiegt,  
ist die Trauer, die da liegt
-gedankenschwer
Und das Leuchten in der Nacht,
das über meine Träume wacht
-engelsgleich
The sky is totally dark – we just saw these strange northern lights dancing in the air. A velvet darkness, red coloured streams, like shapes of blood.
We’re standing here, astonished and shocked – whispering shadows, Sirens, collapsing horizons…
Neonblaues Licht, zentriert und befreit
.., zelebriert diesen Streit
.., abstrahiert und bricht
Wie ein Duft, der nie versiegt,  
ist die Trauer, die da liegt
-gedankenschwer
Birgt das Lächeln auf dem Meer,
niemals Hoffnung – nimmermehr
- nur Weltenflucht
Und das Herz, das explodiert,
meine Trauer inhaliert
-wie ein Sturm
Und verloren in der Nacht,
niemals träumend aufgewacht
-hoffnungsvoll

Leuchtturm

Spürst Du wie ein Luftzug Dich umgibt?
Eisig kalt, ein Wort - Dir Deine Hoffnung entzieht!
Siehst Du wie Die Hoffnung dann entflieht?
Lass nicht zu, steh auf - dass_Dich Eiseskälte besiegt!
Durchreise diese tausend Meilen - trotz Sturm und endloser See.
Eine Küste, sicheres Land - das Ziel dass oft' so entschwand
Denkst Du dass nur Unheil Dich berührt?
Eisig starr, kein Blick - Dir Deine Luft hat entführt.
Weißt Du wie der Hass dich so verführt?
Fesseln deiner Angst, die dich zusammenschnürt
Durchreise diese tausend Meilen - trotz Sturm und endloser See.
Eine Küste, sicheres Land - das Ziel dass oft' so entschwand
Durchreise diese tausend Meilen - trotz Sturm und endloser See.
Eine Küste, sicheres Land - das Ziel dass oft' so entschwand
Du weißt trotz dieser tausend Meilen - trotz Sturm trotz endloser See.
Will Dein Leuchtturm sein der dich führt - Dir Deine Seele berührt

In die Nacht

Und du weisst genau, wohin dich die Reise führt, wenn du die Augen öffnest.  
Siehst du Licht am Ende des Tunnels oder ist das ein sich offenbarender Abgrund?  
Bist du bereit, die Pforten aufzustossen zu deinem inneren Wahn?  
Weisst du wer ich bin? Weisst du was ich fühle?  
Ob ich glücklich bin? Leben ist kein Spiel!  
Was mir fehlt ist ein Ziel,  
so treibt es mich dann weiter, immer weiter fort…  
Und wann wirst du mich erlösen, von dieser finst’ren Qual,  
und mit mir zum Himmel reiten?  
Trage mich, trage mich, in die Nacht…  
Wenn du zurückblickst, wirst du nichts mehr am Horizont entdecken, da bleibt nur Leere.  
Deine Vergangenheit zerfällt zu Staub… und wenn du in den Spiegel siehst,  
ist da nur eine Maske, die sich dir offenbart…  
Bitte weck’ mich auf. Sag’ mir ob ich träume,  
ob ich wirklich bin – schenk mir deinen schönsten Tanz,  
erhöre mich, und halte mich ganz fest.  
Schenk mir diesen letzten Kuss und trage mich,  
trage mich, in die Nacht…  
Ich ziehe mich zurück. Und weiss nicht mehr weiter.  
Was geschieht mit mir, was geschieht mit mir?  
Was mir fehlt ist ein Ziel,  
so treibt es mich dann weiter, immer weiter fort…  
Und wann wirst du mich erlösen, von dieser finst’ren Qual,  
und mit mir zum Himmel reiten?  
Trage mich, trage mich, in die Nacht…  
Und wann wirst du mich erlösen, von dieser finst’ren Qual?  
So leb’ ich hier – nur ein Mal, nur ein Mal

In Absinth getaucht

Ich weiss du bist so schön,
wie das Licht,
wie das Meer,
wie die Stille, die zerbricht,
und kein anderer mehr  
-wird hier stehen und trauernd nach dir blicken
Sternenfee, giftgrün schimmernd, das Kleid der Wildnis
wie ein Wind, ein vorüberziehender Fluss
eine Schaumkrone auf dem Wasser
-alles blüht, gedeiht
über dem Horizont, lichtvoll – eine Götzenstatue
-versteinert, für Augenblicke
ein grünes Antlitz, ein Wasserfall
kristallklar und berauschend
kristallklar und berauschend
In Absinth getauchte Wehmut
In Absinth getauchte Wehmut
......
Und das Mädchen, das singt leise,  
vom Regen tröpfchenweise
-ein düst’res kleines Lied, das ihr das Leben schrieb
Und wenn sie dann alleine ist,  
und niemand ihre Schönheit küsst,
nie wird sie dann die Welt verstehn’
und daran auch zugrundegehn’
Denn das Leben hier macht keinen Sinn,  
das wusstest du seit Anbeginn
und das Leben hier wird weitergehn’
ich bitte dich, nicht stillzustehn’
Denn das Leben hier macht keinen Sinn,  
das wusstest du seit Anbeginn
und das Leben hier wird weitergehn’
ich bitte dich, nicht stillzustehn’
 
Und das Mädchen, das singt leise,  
vom Regen tröpfchenweise
-ein düst’res kleines Lied, das ihr das Leben schrieb
Und wenn sie dann alleine ist,  
und niemand ihre Schönheit küsst,
nie wird sie dann die Welt verstehn’
und daran auch zugrundegehn’
Denn das Leben hier macht keinen Sinn,  
das wusstest du seit Anbeginn
und das Leben hier wird weitergehn’
ich bitte dich, nicht stillzustehn’
Denn das Leben hier macht keinen Sinn,  
das wusstest du seit Anbeginn
und das Leben hier wird weitergehn’
ich bitte dich, nicht stillzustehn’
In Absinth getauchte Wehmut
In Absinth getauchte Wehmut
....
Ich weiss du bist so schön,
wie das Licht,
wie das Meer,
wie die Stille, die zerbricht,
und kein anderer mehr  
-wird hier stehen und trauernd nach dir blicken
kein anderer mehr, wird hier stehen und trauernd nach dir blicken....


Bilderbuch

Ein Instinkt, der niemals ruht
- seit Menschengedenken.
Ein Gesetz, das unumstößlich
- Machthunger, unsere Natur.
An ihren Händen klebt getrocknetes Blut
- süßliches Lebensserum.
Fließt in den Adern dieser Welt,
Hält den Kreislauf am Leben.
Und ich betrachte diese Bilder,
auch ich bin ein solches Tier.
Versprechen ist mein Privileg.
Geworfen in dieses Nichts,
in dieses endlose Spiel.
Freiheit zu einem hohen Preis.
Wie du weißt, ist Gott längst tot
- hat nie existiert.
Zurückgefallen auf unsere Triebe
- Sittlichkeit als Chimäre.
Intellekt entpuppt sich als Illusion
-Fortschritt als Wiederholung.
Die ewige Wiederkunft des Gleichen
- selbst der Poet spricht mit gespaltener Zunge.
Und ich betrachte diese Bilder,
auch ich bin ein solches Tier.
Versprechen ist mein Privileg.
Geworfen in dieses Nichts,
in dieses endlose Spiel.
Freiheit zu einem hohen Preis.
Und ich betrachte diese Bilder,
auch ich bin ein solches Tier.
Versprechen ist mein Privileg.
Geworfen in dieses Nichts,
in dieses endlose Spiel.
Freiheit zu einem hohen Preis.


Der Garten Seraphina

Und habe ich dich nicht zu meiner Königin erhoben,
die du Licht warst und Schatten, Blütenquell und Niedergang,
Rosenglanz in Duft und Kuss?
Und bin ich nicht hinfortgezogen dich zu suchen wie ein Wanderer mit Pilgerstab?
Die, die du mir Gift, gesegnet' Wasser gleichermassen schienst;
und bin ich nicht, verführt von deinem lockend' Ruf, auf die Knie gesunken,
als ich dich dann fand?
Nun sage mir:
wohin mit all' den süssen Tränen, den aufgefüllten Kelchen,
den Meeren, in denen ertrunken, einstiges Glück schwindend versinkt;
so still und langsam, als wäre es nie dagewesen?
Wohin mit all' den Weihrauchschwaden, die sich um die Seelen ranken,
den tausend Splittern brachgelegter Träume?
- Zierde, offenbart zu deiner Verschleierung. Deine Dienerinnen verkünden
nicht die Tugend! O' Tochter einer Flamme, die sich Morgenröte nennt!
Und habe ich nicht mein Angesicht an deinem Strahl verbrannt,
weil ich dir zu nahe trat, denn Stumme sprechen nicht...
So hab' ich dies ertragen, um Nähe zu bekunden,
so dein Dunstkreis zu meiner Stätte ward.
Wie ein Ritter bin ich, unerschöpflich, niemals müde, ausgezogen deinen
Stern zu suchen,
das Land jenseits erdenklicher Stille zu ergründen,
die Himmelsweiten, deren Horizonte unbegreifbar in der Ferne liegen.
Eine Laterne nur in Händen; nackt, gleichsam gehüllt in ein Seelengewand
- die zweite Reise angetreten, diesmal in mein Innerstes.
Abgeglitten in der Seele Dunkelheit, so war dein Licht bei mir seit Anbeginn.
Und waren es tausend Entbehrungen, die mich zu dir führten,
wie ich über heilige Erde schritt:
nur dein Bild vor Augen, nur dich suchte in Wäldern, Wüstensand und Meeren;
in allem was lebendig schien.
Bin nur dem einen Pfad gefolgt, hinfort zum Palast meiner Sehnsucht.
Und Augenblicke lang erkennbar nur, wie aus dem Nichts ein Tempel ragte,
ich mich meinen Träumen näher wähnte, dass Sturm und Zeit mir nichtig schien.
Von Blumen dicht bewachsen, das Portal, auf dem Verkündung fand:
"Dies hier ist die Ewigkeit. Tritt ein Wanderer, - zurückkehren aber wirst
du nicht !"
So bin ich eingetreten, ruhelos die düsteren Korridore ihres Palastes,
meiner Königin entlanggeschritten, habe im Widerschein leuchtender Fackeln
die Schatzkammern illusorischer Vorstellung ergründet.
Nie im Labyrinthe verstrickt, noch in Netze mich verfangen,
so war die treibend' Kraft ein Traum vor Augen.
Und wusst' ich doch:
nicht in Verliessen sollt' ich darben, nicht in Gewölben mich verlieren,
ohne dich zu sehn, O' Unberührte!
Bin immer weiter vorgedrungen, schweren Herzens dann durch Nebelschwaden,
in drängend'- fieberhafter Ungeduld.
Wie könnten Schleier meinen Weg durchkreuzen, wie könnte zitternd'- rasend
Ungemach mich lähmen, wo wogend' Lichtglanz nur von deiner Strahlung kündet!
- du warst so nah...
Und glühend- durchleuchtet schien der Tempel
- eine letzte Pforte die mich von dir trennte.
Und dann sah ich dich:
im Allerheiligsten, wie du auf dem Himmelbette lagst, das einem Throne glich,
inmitten deines Gartens.
Zwischen Veillchen, Seidenblast und Flieder, zwischen Efeuranken,
Laub und unzählbarem Blätterwerk.
Du als Lilie und als Rose, als Knospe, Kelch und Blütenkrone,
wo tausend Düfte in Entfaltung wogen, - nur Rausch, Begehren in mir brennt.
Ich seh' dich fluten: wie wesenlos und doch erschaffen, du zwischen Mensch
und Engeln stehst, du sanfte Küsse nur verströmst.
Blitze mich durchleuchten in deinem gleissend' Schein.
So hab' ich dich gefunden:
herbe, unberechenbare Schönheit, hast den Leib in weisse Gewänder gehüllt,
in durchsicht'ge Nacktheit gewoben.
Schwarz-purpurnfarben fällt dein Haar hernieder
- dein verzückend' Flammenspiel.
Die Wildheit, die du auch in Augen trägst,
tief- feurige Lebendigkeit aus deinen Lidern flutet;
die Strahlung mich nur trunken macht!
Myriaden von Tautropfen bedecken deine Stirn,
erhellen dein verzückend' Angesicht.
 
Und Haut wie Samt, gnadenreich und anmutsvoll
- in Lichtglanz, Duft und Augenblick.
Von Himmelsweiten nur ergriffen, ich an deinen Brüsten ruhe.
Entblösst ist nun mein Herz.
So habe ich durchschritten die mystische Nacht der Seele,
bin emporgeschnellt inmitten einer Morgenröte - in dein unbeweglich' Königreich.
Mein Lied und meine Ode, mein duftend' Mysterienspiel - Huldigung an dich,
die du auf Vermählung wartest.
O' Königin und Herrin dieser Kathedrale - lasse mich aus Kelchen trinken,
lasse mich vom Weine kosten, der nur Trost und Schatten birgt.
O' du, die man dich einst Engel der Grausamkeit nannte, hast dich verhüllt,
um die zu töten, deren Herzen unrein sind. Verschmäht als Säerin,
weil deinem Schoss ein Menschensohn geboren ward.
Saturnalien - Lichttropfen in Blut gehüllt, gezeugt, dass sie eines Tages zu
Flammen werden, zu herzergreifenden Gebärden, zu Sternengeistern,
auf die Erd' gesandt, um Herzen zu erwecken, Seelen zu entflammen,
zu preisen nur dein Angesicht.
 
Nicht mehr aus der Ferne dringt die Kunde deiner Herrlichkeit
- das Paradies ist nah.
Lege deinen Dolch in mich, O' Königin, bekränze mich mit einer Dornenkrone!
Und ihr Kuss, einer dufterfüllenden Opiumblüte gleich, wie Schwingen  
andachtsvoller Trunkenheit, das Hinüberwehen in leisen Schlaf.
Von schweren Lippen nur gekostet, hat sie meine Lider wachgeküsst.
 
O' Seraphina - so fand ich deinen Garten einst...  


 
 
 
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